Die eigenen Wheels auf Hawaii
- Muelli87
- 19. Juni 2022
- 8 Min. Lesezeit
ups... da sind aus einer Woche auf einmal zwei Wochen geworden. Ich hoffe Ihr könnt mir das verzeihen und vielleicht sollte ich mir auch weniger Druck machen und allgemein sagen, dass nur alle Zwei Wochen ein Blog-Eintrag kommt. Oder monatlich? Hmmm... vielleicht wäre es auch einfach sinnvoll auf meine Instagram Seite zu verweisen und euch da auf dem Laufenden zu halten, wann ein neuer Blog-Eintrag erscheint. So müsst ihr nicht ungeduldig warten und werdet zwischendurch mit Storys, Reels und Postings up to date gehalten -> https://www.instagram.com/muelli87/
Nun aber zurück zum Thema.
Könnt ihr euch noch an die To-Do-Liste vom ersten Blog-Eintrag erinnern? Ein Punkt welcher anfangs nicht so schnell abgearbeitet werden konnte, war der Punkt Auto. Ich hatte mich schon vorab eine Weile damit beschäftigt und kam zu dem Entschluss mich vor Ort darum zu kümmern. Denn die Frage ob mieten oder kaufen ist gar nicht so einfach zu beantworten. Auf der einen Seite hat man bei Mietautos meistens immer aktuelle Modelle, welche funktionstüchtig und im Fall der Fälle auch gut versichert sind. Auch bekommt man schnell einen Austauschwagen, wenn es Probleme geben sollte. Auf der anderen Seite sind die Kosten für Mietwagen über einen längeren Zeitraum echt hoch. Es gibt zwar auch monatliche Angebote von vielen Mietwagenfirmen wie Sixt, Avis und Co., jedoch belaufen die sich schnell mal auf 1500-2000€/$ pro Monat. Das war mir definitiv zu hoch. Ich stieß zwar auch auf Angebote von 800-1000€/$, aber da entpuppte sich schnell, dass es nur Netto-Preise waren und die Steuern und sämtliche andere Gebühren noch oben drauf kamen, welche den Preis wieder auf 1300-1500€/$ pro Monat erhöhten.
Also hielt ich Ausschau nach der Alternative: Auto kaufen. Ein Auto in einem fremden Land kaufen? Wow, das fühlt sich komisch an und scheint eine Herausforderung zu sein. Viele Traveler schrieben in sämtlichen Foren, dass sich ein Kauf lohnt, wenn man mindestens 2-3 Monate an dem Ort verbringt. Und da ich sogar länger bleibe, machte ich mich auf die Suche nach einem Auto zum Kauf. Nur wo beginnt man zu suchen? Ganz klar erstmal auf Google. Ich fand schnell heraus, dass man bessere Schnäppchen auf Portalen wie Craigslist macht, bevor man die Autohäuser einzeln abklappert. Ihr wisst nicht was Craigslist ist? Woher auch. Craigslist ist sozusagen das eBay Kleinanzeigen der USA und echt gut, um nach günstigen gebrauchten Dingen Ausschau zu halten. Nur welches Limit setzt man sich? Mein Ziel ist es am Ende des Aufenthaltes den Wagen mit nicht viel Verlust wieder zu verkaufen, damit ich quasi nur eine geringe Nutzungsgebühr über den Zeitraum bezahlt habe. Aber welche Autos verlieren nicht mehr so schnell an Wert und bei welchen ist das Risiko auch geringer hohen Verlust zu machen? Ich sagte mir, es sollte ein billiges Auto sein, in dem aber trotzdem mein ganzes Kite-Equipment passt. Schließlich war das der ausschlaggebende Grund ein Auto zu kaufen, um so oft es geht von Honolulu nach Kailua zum Kitesurfen zu fahren.
Ich setzte mir das Limit von 5000/6000€ und speicherte mir einige Modelle ab, welche ich eventuell besichtigen wollte. Nur merkte ich schnell, dass diese auch ruck zuck verkauft waren und man schnell sein musste. Das setzte mich ein wenig unter Druck und ich wollte ja nicht übereilig eine falsche Entscheidung treffen. Es verging Woche um Woche und ich war schon etwas genervt, weil der Wind wirklich super war und es mir in den Fingern kribbelte endlich rüber nach Kailua zum Kitesurfen zu fahren.
Mietwagen in der Zeit zu leihen war einfach zu teuer, genauso wie mit Uber oder Taxi zu fahren. Dafür war ich einfach zu geizig. Schließlich möchte ich ja nach Hawaii noch weiter reisen und nicht meine Ersparnisse dafür auf den Kopf hauen.
Eines Abends erinnerte ich mich an die Worte meines Kumpels Mario zurück, dass Facebook Marketplace auch echt gut ist und er dort öfter mal nach einigen Dingen schaut. Ich checkte also auch diese Platform ab und bemerkte, dass die echt gut von vielen Menschen genutzt wird. Es dauerte auch nicht lange bis ich einen Wagen fand, welcher preislich und von der Größe her meinen Vorstellungen entsprach. Ich schrieb den Besitzer an und vereinbarte ein Besichtigungstermin für den nächsten Tag.
Am nächsten Tag bestellte ich dann ein Uber, um zum vereinbarten Ort zu kommen. Die Uber-Fahrt war überraschend cool und könnte theoretisch einen eigenen Blog-Eintrag bekommen, aber ich verkürze das ganze hier lieber auf einen Absatz.
Ich stieg also in das Uber ein wurde gleich herzlich mit einer tiefen Stimme begrüßt: "how you doin?". Wir waren gleich von der ersten Sekunde an nur am Plaudern und hielten Smalltalk über Gott und die Welt. Themen wie "Preise auf Hawaii", "Steuern", "Regierungen", "Deutschland", "Ukraine-Russland-Krieg" usw. waren natürlich Top-Themen. Nach der halben Fahrt fragte er mich dann warum ich überhaupt in ein Industriegebiet gebracht werden möchte und was ich dort vor habe? Es ist untypisch für Touristen. Ich erzählte ihm, dass ich ein Auto besichtigen möchte, welches ich eventuell kaufe, um damit so oft wie möglich nach Kailua fahren zu können, um meinem Hobby Kitesurfen nach zu gehen und fragte ihm welche Hobbys er habe.
Dann kam der Knaller. Er erzählte mir doch glatt, dass sein Hobby Bodybuilding war und er zu den ganz Großen in der Szene gehörte. In dem Moment registrierte ich erst, mit einem Blick auf seinen Oberarm, was für ein Bulle da am Lenkrad saß. Wow...
Aber dabei sollte es nicht bleiben. Er erzählte mir, dass er schon seit längerer Zeit an seinem Buch schreibe und dieses eventuell nächstes Jahr veröffentlicht wird. Jetzt fragt mich bitte nicht wie es heißen sollte und wie er hieß. Ich hab seine Visitenkarte verloren und könnte mir dafür gerade in den Arsch beißen. Denn dieser Uber Fahrer hatte in den 70er Jahren zusammen mit Arnold Schwarzenegger trainiert und zu der Zeit den größten Oberarm der Welt gehabt. Nach dem Blick auf seine Statur und seinen Arm, erschien mir die Geschichte realistisch. Nur dass er das alles natural geschafft hat, während seine Kollegen alle abhängig von den Aufbaupräparaten waren, wollte ich noch nicht so ganz glauben. Jedoch meinte er, dass das daran liegt, dass er ein Polynesien ist und diese schon von den Genen her sehr stark sind. Da musste ich gleich an "The Rock" denken und an viele andere Kolosse, die ich in den Straßen von Honolulu gesehen hatte. Dagegen sehen unsere einheimischen Bodybuilder aus wie kleine Jungs. Schon beeindruckend.
Angekommen am vereinbarten Treffpunkt bot er mir dann noch an, falls es eine Falle ist oder ich Probleme bekommen sollte, ihn einfach anzurufen. Er würde mir helfen. Ich musste ja schon ein wenig grinsen und hatte mich gefreut solch einen netten Menschen kennengelernt zu haben. Das sind genau diese Momente an denen man wieder vor Augen hat wie viele wunderbare und liebevolle Menschen es auf der Welt gibt. Nicht nur Dummköpfe, Kriegstreiber, Ausbeuter, Egoisten und Lügner, sondern auch Menschen die dir ein lächeln ins Gesicht zaubern und das Leben lebenswert auf der Erde machen.
Da waren sie nun, die "Wheels" nach denen ich gesucht hatte. Strahlend sauber, reflektierten die Sonnenstrahlen auf dem schwarzen Lack und wie frisch aus dem Ei gepellt stand der Wagen nun vor mir. Die müssen sich verdammt Mühe gegeben haben, den Wagen so auf Hochglanz zu putzen. Schließlich war es ein SUV von 2006. Aber es hat bei mir gewirkt und nach der ersten Probefahrt wusste ich auch sofort, dass ich das Auto haben möchte. Nur wie bezahlt man am besten? So viel Bargeld nimmt doch kein Mensch mit auf Reisen und zur Bank gehen und so viel abholen ist mir auch neu, dass das funktioniert. Bleibt also Überweisung, Paypal oder die Zahlung mit Kreditkarte. Eine Überweisung hätte, nach Rücksprache mit meiner Bankberaterin, ca. eine Woche gedauert. Das war mir zu lang. Paypal nimmt recht hohe Gebühren und lässt normalerweise nur Zahlungen bis maximal 2500€ zu, welche aber nach einem Telefonat mit einem Mitarbeiter von Paypal rauf gesetzt werden könnte. Die Gebühren waren mir jedoch zu hoch. Also blieb die Hoffnung, dass der Verkäufer (welcher ein Gewerbe hat und mit Autos handelt und diese auch in seiner Werkstatt repariert) die Zahlung mit Kreditkarte annimmt. Glücklicherweise hatte er die Möglichkeit und nahm diese auch an. Der Vorteil an der Zahlung mit der Kreditkarte war, dass ich bei gewissen Kreditkarten auch einen Käuferschutz als Versicherungsleistung mit drin habe. Dies nimmt einem ein wenig die Angst, falls man über den Nuckel gezogen werden sollte.
Zum Thema Kreditkarten werde ich euch aber ein extra Topic unter Reisetipps erstellen und euch dazu beraten, welche es alles gibt und wofür ich mich entschieden habe.
Genau zwei Wochen nach der Ankunft rollte ich dann stolz wie Bolle mit einem dicken Grinsen mit meinen eigenen Wheels vom Hof des Verkäufers (Wheels was eigentlich Reifen heißt, wird als Slang Wort auch für motorisierte Fahrzeuge benutzt). Der erste Weg war zur Versicherungsgesellschaft State Farm Insurance, um eine Haftpflicht für die Zeit abzuschließen und danach ging es weiter zur Ala Moana Satellite City Hall, um das Fahrzeug umzumelden. Schwupp di wupp hatte ich einen Besitz in den USA und war damit offiziell gemeldet. Verrückt! Schon ein komisches aber auch positives Gefühl. Im Endeffekt ging es einfacher als gedacht und wesentlich schneller als bei uns in der Heimat.
Hier mal der Vergleich zur Miete:
- normale Miete über 5 Monate würde ca. 12.000 - 15.000€ kosten.
- Monats-Abos von Sixt und Co. sind 1500€ x 5 Monate = 7500€
- No Name Straßenhändlermiete ca. 1200 - 1500€ x 5 Monate = 6000 - 7500€
- Kauf: ausgegeben habe ich 6000$ für das Fahrzeug + 400$ für ein halbes Jahr Versicherung + 20$ Ummeldegebühren. Zu beachten ist noch, dass die Registration noch lange genug gültig ist (sowas wie Steuern, welche man für ein Jahr bezahlt und ca. 500$ kosten, unabhängig vom Besitzer) und der safety check (wie bei uns der TÜV. Ebenfalls ein Jahr gültig und unabhängig vom Besitzer).
Das Auto hat mich also 6420$ gekostet und wenn ich es am Ende wieder für den Kaufpreis von 6000$ verkauft bekomme, dann habe ich nur 420$ für den Gebrauch in der Zeit bezahlt. Also auch wenn ich es für 1000$ weniger verkaufen würde oder noch mehr, dann würde ich immer noch weniger dafür bezahlt haben, als wenn ich einen Mietvertrag eingegangen wäre. Somit ist der Kauf definitiv der Miete vorzuziehen, wenn man vor hat eine längere Zeit zu bleiben. Drückt mir die Daumen, dass ich zum Ende der Zeit einen guten Preis erziele und damit so wenig Verlust wie möglich mache. Theoretisch könnte man auch einen Profit erzielen, aber dafür bin ich glaub ich zu ehrlich. Plus-Minus wäre schon grandios bzw. eine Nutzungsgebühr von 1000$ über den Zeitraum ebenfalls mehr als zufriedenstellend.
Endlich war der Zeitpunkt gekommen auf den ich so lange gewartet hatte. Ich konnte mein Kitesurf-Equipment in das Auto schmeißen und damit nach Kailua zum Kitesurfen fahren. Man war ich happy. Alleine schon der Anblick von der Wiese vor dem Beach, mit den ganzen Kites darauf, lies mein Herz höher Springen. Nach den ersten kurzen Smalltalks mit anderen Kitern ging es dann auch endlich auf's Wasser. Der Druck war nicht mehr so dolle und es war eher eine Lightwind Session, jedoch bescherte auch diese mir Freude genug. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man keinen dicken Neopren Anzug brauch, wie in der Heimat, sondern nur Badeshorts und eventuell ein Lycra, um sich vor den starken Sonnenstrahlen zu schützen. Hinzu kommt der Anblick des türkis blauen Wassers und der Wellen an der Riffkante. Auf dem Wasser selbst bot sich dann der Anblick, welchen die Badegäste am Strand nicht genießen konnten: Die wundervoll grün behangenen Berge im Hintergrund mit dem türkis blauen Wasser im Vordergrund. Jetzt wusste ich, dass ich im Paradies angekommen bin und warum der Kailua Bay einer der schönsten Kitesurfspots der Welt ist. Wo auch sonst ist es möglich zufällig an einer großen Schildkröte vorbei zu surfen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu fahren und bemerkte irgendwann, dass sich ein Sonnenbrand anbahnen könnte. So sollte es auch sein. Man war ich rot. Man hätte mich auch Mr. Craps (die rote Krappe von Spongebob) nennen können. Dies bedeutete dann 2-3 Tage zu pausieren und sich vor der Sonne zu schützen. Nach der Pause sollte der grandiose Wind, welcher zweieinhalb Wochen anhielt, dann aufhören! Warum nur?! Die ganze Zeit suchte ich ein Auto und sobald ich eins hatte geht der Wind?! Wie gemein war die Welt. Aber okay, so hatte man wieder mehr Zeit für Ausflüge mit den Freunden.
Mehr zu den Freunden und den weiteren Ausflügen, erzähle ich euch dann in der nächsten Folge von Mülli auf Weltreise...
Stellen Sie sich vor, das ultimative Gefühl der Freiheit zu erleben – mit den eigenen Wheels unterwegs zu sein und atemberaubende Landschaften zu erkunden, genau wie auf Hawaii. Doch auch in Deutschland gibt es wunderschöne Orte zu entdecken! Mit einer Autovermietung in Amberg haben Sie die Möglichkeit, flexibel und unabhängig die Region zu bereisen, sei es für eine Geschäftsreise, einen Wochenendausflug oder einfach, um neue Strecken zu erkunden. Nutzen Sie die Vielfalt der Straßen und genießen Sie das Fahrgefühl ohne Einschränkungen. Erfahren Sie mehr über unsere Mietwagenangebote hier: https://myonecar.de/amberg-autovermietung/